2Z2 Erster Theil.
schmacks aus; weil niemand sein Urtheil zur allgemeinenRegel zu machen gedenkt. Es bleibt also kein Vegrifvon einer Dialectik übrig, welche den Geschmack ange-hen konnte, als der einer Dialectik der Critik des Ge-schmacks (nicht des Geschmacks selbst) in Ansehung ihrerPrincipien: da nehmlich über den Grund der Möglich-keit der Gcschmacksurtheile überhaupt einander wider-streitende Begriffe natürlicher und unvermeidlicher Weiseauftreten. Transcendentale Critik des Geschmacks wirdalso nur sofern einen Theil enthalten, der den Nameneiner Dialectik der ästhetischen Urtheilskraft führen kann,wenn sich eine Antinomie der Principien dieses Vermö-gens findet, welche die Gesetzmäßigkeit desselben, mithinanch seine innere Möglichkeit, zweifelhaft macht.
§. 56.
Vorstellung der Antinomie des Geschmacks.
Der erste Gemeinort des Geschmacks ist in deinSatze, womit sich jeder Geschmacklose gegen Tadel zuverwahren denkt, enthalten: Ein jeder hat seineneignen Geschmack. Das heißt so viel, als: der De-stimmungsgnmd dieses Urtheils ist bloß subjectiv (Ver-gnügen oder Schmerz); und das Urtheil hat kein Rechtauf die nothwendige Veystimmung anderer.
Der zweyte Gemeinort desselben, der auch von de-nen sogar gebraucht wird, die dein Geschmacksurthciledas Recht einräumen, für sedermann gültig auszuspre-