2Z4 - Erster Theil,
Es zeigt sich also in Ansehung des Princips desGeschmacks folgende Antinomie:
i) Thesis» Das Geschmacksurtheil gründet sichnicht auf Begriffen; denn sonst ließe sich.zdarübcr oispu-tircn (durch Beweise entscheiden).
-) Antithesis. Das Geschmacksurtheil gründetsich auf Begriffen; denn sonst ließe sich, ungeachtet derVerschiedenheit desselben, darüber auch nicht einmalstreiten (auf die nothwendige Einstimmung anderer mitdiesem Urtheile Anspruch machen).
§- 57'
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Auflösung der Aittiuomie des Geschmacks.
Es ist keine Möglichkeit, den Widerstreit jener jedemGeschmacksurtheile untergelegten Principien (welchenichts anders sind, als die oben in der Analytik vor-gestellten zwey Eigenthümlichkeiten des Eeschmacksur-theils) zu heben, als daß man zeigt: der Begrif, woraufman das Object in dieser Art Urtheile bezieht, werde inbeiden Maximen der ästhetischen Urtheilskraft nicht ineinerlei) Sinn genommen; dieser zwiefache Sinn, oderGesichtspunct, der Beurtheilung sey unserer transscen-dentalen Urtheilskraft nothwendig; aber auch der Schein,in der Vermengung dcc! einen mit dem andern, als na-türliche Illusion, unvermeidlich.
Auf irgend einen Begrif muß sich das Geschmacks-urtheil beziehen; denn fönst konnte es schlechterdings