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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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241
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Critik der ästhetische» Uttheilskraft. 241

Man bedient sich in der Logik der Ausdrücke des De<monstrabeln oder Indemonstrabeln gemeiniglich nur in An,sehung der Säye; da die ersteren besser durch die Benennnuug der nur mittelbar, die zweyten der unmittelbar-ge-wissen Satze könnten bezeichnet werden: denn die reinePhilosophie hat auch Sätze von beiden Arten, wenn dar-unter bewetsfähige und beweisuufähige wahre Sätze v«r,standen werden. Allein aus Gründen a xriorl kann sie, alsPhilosophie, zwar beweisen, aber nicht demonstrtren; wennman nicht ganz und gar von der Wortbedeutung abgehenWill, nach welcher demoustrircn (oltenäere, exliiders) so vielheißt, als (es sey in Beweisen oder auch bloß im Definiren)seinen Begrif zugleich in der Anschauung darstellen; welche,wenn sie Anschauung a xiiori ssc, das Construiren desselbenheißt, wenn sie aber auch empirisch ist, gleichwohl die Vor,zeigung des Objects bleibt, durch welche dem Begriffe dieobjective Realität gesichert wird. So sagt man von einemAuatomiker: er demonstrire das menschliche Auge, wenn erden Begrif, den er vorher discursiv vorgetragen hat, ver-mittelst der Zergliederung dieses Organs anschaulich macht.

Diesem zufolge ist der V-rnunftbegr!f yom übersinnli-chen Substrat aller Erscheinungen überhaupt, oder auch vondem, was unserer Willkür in Beziehung auf moralische Ge-setze zum Grunde gelegt werden muß, nehmlich von dertranscendentalen Freyheit, schon der Species nach ein inde,monstrabler Begrif und Vernunftidee, Tugend aber ist diesdem Grade nach: weil dem ersteren an sich gar nichts derQualität nach in der Erfahrung correspondtrendeö gegebenwerden kann, in der zweyten aber kein Erfahrungsprvductjener Causalität den Grad erreicht, den die Vernunstldeezur Regel vorschreibt.

R«nrs Lrit, d, Urrheilskr. Ä