Druckschrift 
Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
243
Einzelbild herunterladen
 

Critik der ästhetischen Urteilskraft. 24z

gefall?« zu müssen rechtmäßigen Anspruch machen soll, uimsubjectiven Nichtmaaße dienen. So ist es auch allein mög-lich, das; dieser, der man kein objectives Princip verschrei,den kann, ein snyjecrives und doch allgemeingültiges Prin-cip a priori zum Grunde liege.

Anmerkung II.

Folgende wichtige Bemerkung bietet sich hier von selbst ,dar: daß es nehmlich dreycrley Arten der Antinomie derreinen Vernunft gebe, die aber alle darin übereinkommen,baß sie dieselbe zwingen, von der sonst sehr natürlichen Vor,oussetzung, die Gegenstände der Sinne für die Dinge ansich selbst zu halten, abzugchen, sie vielmehr bloß für Er,schelnungen gelten zu lassen, und ihnen ein intelligtbles Snb,srrar (etwas übersinnliches, wovon der Begrif nur Zdeeist mw keine eigentliche Erkenntniß zuläßt) unterzulegen.Ohne eine solche Antinomie würde die Vernunft sich nie,malS zu Annehmung eines solchen das Feld ihrer Speculcitionso sehr verengenden Princips, und zu Aufopferungen, wo,bey so viele sonst sehr schimmernde Hofnungcn gänzlich vcr,schwinden müssen, entschließen können; denn selbst jetzt, d»sich ihr zur Vergütung dieser Einbuße ein um desto größe,rer Gebrauch in practischer Rücksicht ervfnet, scheint sie sichnicht ohne Schmerz von jenen Hofnungen trennen und' vonder allen Anhänglichkeit losmachen zu können.

Daß es drey Arten der Antinomie giebt, hat seinenGrund darin, daß es drey Erkennlnißvermögen: Verstand,Urthetlökraft und Vernunft giebt, deren jedes (als oberesErkenntnißvermögen) seine Principien a priori haben muß;da denn die Vernunft, sosern sie über diese Principien selbstund ihren Gebrauch urtheilt, in Ansehung ihrer aller zu

Ä -