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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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245
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Critik der ästhetischen Urtheilskrast. ' 245

schmacksurrheil nur sofern für richtig gehalten zu werdenverdiene, weil es sich trist, daß viele in Ansehung dessel-ben übereinkommen, und auch dieses eigentlich nicht umdeswillen, weil man hinter dieser Einstimmung ein Principa xrioii vermuthet, sondern (wie im Gaumengeschmack)weil die Subjecte zufälliger Weise gleichförmig organisirtseyen; oder »nan müßte annehmen, daß das Geschmacks-uriheil eigentlich ein verstecktes Vcrnunfturcheil über die aneinem Dinge und die Beziehung des Manutchfaltigsn inihm zu einem Zwecke entdeckte Vollkommenheit sey, mithinnur um der Verworrenheit willen, die dieser unserer Refle-xion anhangt, ästhetisch genannt werde, ob c6 gleich imGrunde teleologisch sey; in welchem Falle man die Auslö-sung der Antinomie durch transcendentale Ideen für unnö-thig und nichtig erklären, und so mit den Objecten derSinne nicht als bloßen Erscheinungen, sondern auch alsDingen an sich selbst, jene EeschmackSgesetze vereinigenkönnte. Wie wenig aber die eine sowohl als die andereAusflucht verschlage, ist au mehrern Orten in der Erposi-tion der Geschmackeurtheile gezeigt worden.

Räumt man aber unserer Deducrion wenigstens so vielein, daß sie auf dem rechten Wege geschehe, wenn gleichnoch nicht in allen Stücken hell genug gemacht sey, so zei-gen sich drey Ideen: erstlich des Übersinnlichen überhaupt,ohne weitere Bestimmung, als Substrats der N-Uur;zweyten? eben desselben, als Princips der subjectivenZweckmäßigkeit der Natur für unser Erkenntnißvermögcn;drittens eben desselben, als Princips der Zwecke der Frey-heit und Princips der Übereinstimmung derselben mit jenerim Sittlichen.