246 Erster Theil.
§. 58.
Vom Idealismus der Zweckmäßigkeit derNatur sowohl als Kunst, als dem alleini-gen Princip der ästhetischen ttrtheilskraft.
Man kann znförderst das Princip des Geschmacksentweder darin setzen, daß dieser jederzeit nach empiri-schen Besiimmungsgründen, und also nach solchen, dienur Ä poKeriari, durch Sinne gegeben werden, oder mankann einräumen, daß er aus einem Grunde a xriori.urtheile. Das erstere wäre der Empirism der Cri-tik des Geschmacks, das zweyte der RationallSMderselben. Nach dem ersten wäre das Object unseresWohlgefallens nicht vom Angenehmen, nach demzweyten, wenn das Urtheil auf bestimmten Begriffenberuhete, nicht vom Guten unterschieden; und sowürde alle Schönheit aus der Welt weggeläugnet,und nur ein besonderer Namen, vielleicht für eine ge-wisse Mischung von beiden vorgenannten Arten desWohlgefallens, an dessen Statt übrig bleiben. Alleinwir haben gezeigt, daß es auch Gründe des Wohlgefal-lens a prioil gebe, die also mit dem Princip des Ratio-nalisms zusammen bestehen können, ungeachtet sie nichtin bestimmte Begriffe gefaßt werden können.
Der Rttionalism des Princips des Geschmacksist dagegen entweder der des RealiSMs der Zweck-mäßigkeit, oder des JdealisMs derselben. Weil nun