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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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247
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Crilik der ästhetischen Urtheilökraft. 247

ein Geschmacksurtheil kein Erkenntnißurtheil, undSchönheit keine Beschaffenheit des Objects, für sichbetrachtet, ist; so kann der Rationalism des Principsdes Geschmacks niemals darin gesetzt werden, daß dieZweckmäßigkeit in diesem Urtheile als objectiv gedachtwerde, d. i. daß das Urtheil theoretisch, mithin auch lo-gisch (wenn gleich nur in einer verworrenen Beurthei-lung), auf die Vollkommenheit des Objects, sondernnur ästhetisch/ auf die Übereinstimmung seiner Vor-stellung in der Einbildungskraft mit den wesentlichenPrincipien der Urtheilskraft überhaupt, im Subjectegehe. Folglich kann, selbst nach dem Princip des Natio-naliSms, das Geschmacksnrtheil und der Unterschied desRealisms und Jdealisms desselben nur darin gesetztwerden, daß entweder jene subjective Zweckmäßigkeitim erster« Falle als wirklicher (absichtlicher) Zweck derNatur (oder der Kunst) mit unserer Urtheilskraft über-einzustimmen, oder im zweiten Falle nur als eine, ohneZweck, von selbst und zufalliger Weise sich hervorthuendezweckmäßige Übereinstimmung zu dem Bedürfniß derUrtheilskraft, in Ansehung der Natur und ihrer nach be-sondern Gesetzen erzeugten Formen, angenommen werde.

Dem Nealism der ästhetischen Zweckmäßigkeit derNatur, da man nehmlich annehmen möchte: daß derHervorbringung des Schönen eine Idee desselben in derhervorbringenden Ursache, nehmlich ein Zweck zu Gun-sten unserer Einbildungskraft, zum Grunde gelegen

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