248 Erster Theil.
habe, rede-, die schönen Bildungen im Reiche der orga-nisirten Natnr gar sehr das Wort. Die Blumen, Blü-then, ja die Gestalten ganzer Gewächse, die für ihreneigenen Gebrauch unuöthige, aber für unsern Geschmackgleichsam ausgewählte Zierlichkeit der thierischen Bil-dungen von allerley Gattungen; vornehmlich die unsernAugen so wohlgefällige und reizende Mannichfaltigkeitund harmonische Zusammensetzung der Farben (amFasan, an Schaalthieren, Jnsecten, bis zu den ge-meinsten Blumen), die, indem sie bloß die Oberflache,und auch an dieser nicht einmal die Figur der Geschöpfe,welche doch noch zu den innern Zwecken derselben erfor-derlich seyn könnte, betreffen, ganzlich auf äußere Be-schallung abgezwcckt zu seyn scheinen: geben der Erklä-rungsart durch Annehmung wirklicher Zwecke der Natursur unsere ästhetische Urtheilskraft ein großes Gewicht.
Dagegen widerfetzt sich dieser Annahme nicht alleindie Vernunft durch ihre Maximen, allerwärts die un-uöchige Vervielfältigung der Principien nach aller Mög-lichkeit zu verhüten; sondern die Natur zeigt in ihrenfreyen Bildungen überall so viel mechanischen Hang zuErzeugung von Formen, die für den ästhetischen Ge-brauch unserer Urthcilskraft gleichsam gemacht zu seynscheinen, ohne den geringsten Grund zur Vermuthungan die Hand zu geben, daß es dazu noch etwas mehr,als ihres Mechanisms, bloß als Natur, bedürfe, wor-nach sie, auch ohne alle ihnen zum Grunde liegende Idee,