Critik der ästhetischen Urteilskraft. 25z
wo es Gunst ist womit wir die Natur aufnehmen, nichtGunst die sie nns erzeigt. Die Eigenschaft der Natur,daß sie für uns Gelegenheit enthalt, die innere Zweck-mäßigkeit in dem Verhaltnisse unserer Gemüthskräfte inBeurtheilung gewisser Producte derselben wahrzunehmen,und zwar als eine solche, die aus einem übersinnlichenGrunde für nothwendig und allgemeingültig erklart wer-den soll, kann nicht Naturzweck seyn, oder vielmehrvon uns als ein solcher beurtheilt werden; weil sonst dasUrtheil, das dadurch bejiimmt wurde, Heteronomie,aber nicht, wie es einem Geschmacksurtheile geziemt,frey seyn, und Autonomie ^um Grunde haben würbe.
In der schönen Kunst ist das Princip des Jdea-lisms der Zweckmäßigkeit noch deutlicher zu erkennen.Denn, daß hier nicht ein ästhetischer Nealism dersel-ben, durch Empfindungen (wobey sie statt schöner bloßangenehme Kunst seyn würde), angenommen werdenkönne: das hat sie mit der schönen Natur gemein. Alleindaß das Wohlgefallen durch ästhetische Ideen nicht vonder Erreichung bestimmter Zwecke (als mechanisch ab-sichtliche Kunst) abhängen müsse, folglich, selbst im Ra-tionalism des Princips, Idealität der Zwecke, nichtRealität derselben, zum Grunde liege: leuchtet auchschon dadurch ein, daß schöne Kunst, als solche, nichtals ein Product des Verstandes und der Wissenschaft,sondern des Genie's betrachtet werden muß, und alsodurch ästhetische Ideen, welche von Vernunftideen