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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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254
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254 Erster Theil.

bestimmter Zwecke wesentlich unterschieden, sind, ihreRegel bekomme.

So wie die Idealität der Gegenstände der Sinneals Erscheinungen die einzige Art ist, die Möglichkeit zuerklären, daß ihre Formen a xriori bestimmt werdenkönnen; so ist auch der JdealisM der Zweckmäßigkeit,in Beurtheilung des Schönen der Natur und der Kunst,die einzige Voraussetzung, unter der allein die Critik dieMöglichkeit eines Geschmacksurtheils, welches s prlor!,Gültigkeit für jedermann fordert (ohne doch die Zweck-mäßigkeit, die am Objecte vorgestellt wird, auf Begriffezu gründen), erklaren kann.

§- 59.

Von der Schönheit als Symbol derSittlichkeit.

Die Realität unserer Begriffe darzuthun, werdenimmer Anschauungen erfordert. Sind es empirischeBegriffe, so heißen die letzteren Beyspiele. Sindjene reine Verstandesbegriffe, so werden die letzterenSchemate genannt. Verlangt man gar, daß die ob-jective Realität der Vernunftbegriffe, d. i. der Ideen,und zwar zum Behuf des theoretischen Erkenntnisses der-selben dargethan werde, so begehrt man etwas Unmög-liches, weil ihnen schlechterdings keine Anschauung an-gemessen gegeben werden kann.