Critik der ästhetischen Urtheilskraft. 255
Alle Hypotypoft (Darstellung, 5u^ecclo 5ub aä-Ipecmui) uls Versinnlichung, ist zwiefach: entwederschematisch, da einem Begriffe, den der Verstandfaßt, die correspondirende Anfchaunng a priori gegebenwird; oder symbolisch, da einem Begriffe, den nurdie Vernunft denken, und dem keine sinnliche Anschau-ung angemessen seyn kann, eine solche untergelegt wird,mit welcher das Verfahren der Urtheilskraft demjeni-gen, was sie im Schematisiren beobachtet, bloß analo-gisch, d. i. mit ihm bloß der Regel dieses Versahrens,nicht der Anschauung selbst, mithin bloß der Form derReflexion, nicht dein Inhalte nach, übereinkommt.
Es ist ein von den neuern Logikern zwar angenom-mener, aber sinnverkehrender, unrechter Gebrauch desWorts symbolisch, wenn man es der intuitivenVorstellungsart entgegensetzt; denn die symbolische istnur eine Art der intuitiven. Die letztere (die intuitive)
kann nehmlich in die schematische und in die symbo-lische Vorstellungsart eingetheilt werden. Beide sindHypotypoftn, d. i. Darstellungen (exliidiniones): nichtbloße Characterismeu, d. i. Bezeichnungen der Be-griffe durch begleitende sinnliche Zeichen, die gar nichtszu der Anschauung des Objects gehöriges enthalten,sondern nur jenen, nach dem Gesetze der Associationder Einbildungskraft, mithin in subjectiver Absicht, zumMittel der Neproduction dienen; dergleichen sind entwe-