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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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256
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256 Erster Theil.

der Worte, oder sichtbare (algebraische, selbst mimische)Zeichen, als bloße Ausdrücke für Begriffe

Alle Anschauungen, die man Begriffen a prioriunterlegt, sind also entweder SHelNüte oder Sym-bole, wovon die erstem directe, die zweyten indirccteDarstellungen des Begrifs enthalten» Die erstem thundieses demonstrativ, die zweyten vermittelst einer Ana-logie (zu welcher man sich auch empirischer Anschauun-gen bedient), in welcher die Urtheilskraft ein doppeltesGeschäft verrichtet, erstlich den Begrif auf den Gegen-stand einer sinnlichen Anschauung, und dann zwcytensdie bloße Regel der Reflexion über jene Anschauung aufeinen ganz andern Gegenstand, von dem der erstere nurdas Symbol ist, anzuwenden. So wird ein monarchi-scher Staat durch einen beseelten Korper, wenn er nachinneren Vvlksgesetzen, durch eine bloße Maschine aber(wie etwa eine Handmühle) wenn er durch einen einzel-nen absoluten Willen beherrscht wird, in beiden Fallenaber nur symbolisch vorgestellt. Denn, zwischen ei-nem despotischen Staate und einer Handmühle ist zwarkeine Ähnlichkeit, wohl aber zwischen der Negcl, überbeide und ihre Causalitat zu reflectiren. Dies Geschäft

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') Das Intuitive der Erkenntniß.muß dem Discursiven (nichtdem Symbolischen) entgegen gesetzt werden. Das erstere istnun entweder scheinarisch, durch Demonstration; odersymbolisch, als Vorstellung nach einer blpßl» Analogie.