258 Erster Theil.
wenn er alles Intuitive weglaßt, in den Deism, wo-durch überall nichts, auch nicht in practischer Absicht,erkannt wird.
Nun sage ich: das Schone ist das Symbol desSittlichguten; und auch nur in dieser Rücksicht (einerBeziehung, die jedermann natürlich ist, und die auchjedermann andern als Pflicht zumuthet) gefällt es, miteinem Ansprüche auf jedes andern Beystimmung, wobeysich das Gemüth zugleich einer gewissen Veredlung undErhebung über die bloße Empfänglichkeit einer Lust durchSinneneindrücke bewußt ist, und anderer Werth auchnach ciuer ähnlichen Maxime ihrer Urtheilskraft schätzet-Das ist das Intelligible, worauf, wie der vorigeParagraph Anzeige that, der Geschmack hinaussieht,wozu nehmlich selbst unsere oberen Erkenntnißvermögenzusammenstimmen, und ohne welches zwischen ihrerNatur, verglichen mit den Ansprüchen, die der Ge-schmack macht, lanter Widersprüche erwachsen würden.In diesem Vermögen sieht sich die Urtheilskraft nicht,wie sonst in empirischer Beurtheilung, einer Heterono-mie der Erfahrungsgesetze unterworfen: sie giebt in An-sehung der Gegenstände eines so reinen Wohlgefallensihr selbst das Gesetz, so wie die Vernunft es in Anse-hung des Bcgehrungsvermögens thut; und sieht sich,sowohl wegen dieser innern Möglichkeit im Subjecte, alswegen der äußern Möglichkeit einer damit übereinstim-menden Narur, auf etwas im Subjecte selbst und außer