Critik der ästhetischen Urtheilskraft. 259
ihm, was nicl>t Natur, auch nicht Freyheit, doch abermit dem Grunde der letzteren, nehmlich dem Übersinnli-chen, verknüpft ist, bezogen, in welchem das theoreti-sche Vermögen mit dem praktischen auf gemeinschaftli-che und unbekannte Ärt, zur'Einheit verbunden wird.Wir wollen einige Stücke dieser Analogie anführen,indem wir zugleich die Verschiedenheit derselben nichtunbemerkt lassen.
1) Das Schöne gefallt Unmittelbar (aber nurin der reflectirenden Anschauung, nicht, wie Sittlichkeit,im Begriffes 2) Es gefallt ohne alles Interesse(das Sittlichgute zwar nothwendig mit einem Interesse,aber nicht einem solchen, welches vor dem Urtheile überdas Wohlgefallen vorhergeht, verbunden, sondern welchesdadurch allererst bewirkt wird), z) Die Freyheit derEinbildungskraft (also der Sinnlichkeit unseres Vermö- -gens) wird in der Beurtheilung des Schönen mit derGesetzmäßigkeit des Verstandes als einstimmig vorgestellt(im moralischen Urtheile wird die Freyheit des Willensals Zusammenstimmung des letzteren mit sich selbst nachallgemeinen Vernunftgesetzen gedacht). 4) Das sub-jective Princip der Beurtheilung des Schönen wird alsallgemein, d. i. für jedermann gültig, aber durchkeinen allgemeinen Begrif kenntlich, vorgestellt (dasobjective Princip der Moralität wird auch für allge-mein, t>. i. für alle Subjecte, zugleich auch für alleHandlungen desselben Subjects, und dabey durch einen
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