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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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261
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Critik der ästhetischen Urtheilörraft. 261

§. 60»

Anhang.

Von der Methodenlehre des Geschmacks.

- Die Eintheilung einer Critik in Elemcntarlehre undMethodenlchre, wesche vor der Wissenschaft vorhergeht,laßt sich auf die Geschmackscritik nicht anwenden: weiles keine Wissenschaft des Schonen giebt noch gebenkann, und das Urtheil des Geschmacks nicht durch Prin-cipien bestimmbar ist. Denn was das Wissenschaftliche'in jeder Kunst anlangt, welches auf Wahrheit in derDarstellung ihres Objects geht, so ist dieses zwar die.unumgängliche Bedingung (conciitio l-ne <^ non) derschönen Kunst, aber diese nicht selber» Es giebt'alsofür die schöne Knnst nur eine Manier (nioäns), nichtLehrart Oieckoclns). Der Meister muß es vormachen,was und wie es der Schüler zu Stande bringen soll; unddie allgemeinen Regeln, worunter er zuletzt sein Verfah-ren bringt, können eher dienen, die Hauptmomente des-selben gelegentlich in Erinnerung zu bringen, als sie ihmvorzuschreiben. Hiebe» muß dennoch auf ein gewissesIdeal Rücksicht genommen werden, welches die Kunstvor Augen haben muß, ob sie es gleich in ihrer Aus>Übung nie völlig erreicht. Nur durch die Aufweckungder Einbildungskrast des Schülers zur Angemessenheitmit einem gegebenen Begriffe, durch die angemerkte Un-

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