274 Zweyter Theil.
daß er den der Meßkunst Unkundigen aus seiner Schuleverwies, indem er das, was Anaxagoras aus Ersah-rungsgegensranden und ihrer Zweckverbindung schloß,aus der reinen, dem menschlichen Geiste innerlich bey-wohnenden, Anschauung abzuleiten dachte. Denn inder Nothwendigkeit dessen was zweckmäßig ist, und sobeschaffen ist, als ob es für unsern Gebrauch absichtlichso eingerichtet Ware, gleichwohl aber dem Wesen derDinge ursprünglich zuzukommen scheint, ohne auf un-sern Gebrauch Rücksicht zn nehmen, liegt eben der Grundder großen Bewunderung der Natur, nicht sowohl außeruns, als in unserer eigenen Vernunft; wobey es wohlverzeihlich ist, daß diese Bewunderung durch Mißverstandnach und nach bis zur Schwärmerei) steigen mochte.
Qiese intellektuelle Zweckmäßigkeit aber, ob sie gleichobjectiv ist (nicht wie die ästhetische, subjectiv), läßt sichgleichwohl ihrer Möglichkeit nach als bloß formale (nichtreale), d. i. als Zweckmäßigkeit, ohne daß doch einZweck ihr zum Grunde zu legen, mithin Teleologie dazunöthig wäre, gar wohl, aber nur im Allgemeinen, be-greifen. Die Cirkelfigur ist eine Anschauung, die durchden Verstand nach einem Princip bestimmt worden; dieEinheit dieses Princips, welches ich willkürlich annehmeund als Bcgrif zum Grunde lege, angewandt auf eineForm der Anschauung (den Raum), die gleichfalls bloßals Vorstellung und zwar a priori in mir angetroffenwird, macht die Einheit vieler sich aus der Construmcm