282 Zweyter Thoil.
wird, bloß zufallige Zweckmäßigkeit; und, obgleich un-ter den angeführten Beyspielen, die Grasarten für sich,als organisirte Producte der Natur, mithin als kunst-reich zu beurtheile» sind, so werden sie doch in Beziehungauf Thiere, die sich davon nähren, als bloße rohe Ma-terie angesehen.
Wenn aber vollends der Mensch, durch Freyheit sei-ner Causalität, die Naturdinge seinen oft thörichten Ab-sichten (die bunten Vogelfedern zum Putzwerk seiner Be-kleidung, farbige Erden oder Pflanzcnsäfte zur Schmin-ke), manchmal auch ans vernunftiger Absicht, das Pferdzum Reiten, den Stier und in Minorca sogar den Eselund das Schwein zum Pflügen, zuträglicher findet; sokann man hier auch nicht einmal einen relativen Natur-zweck (auf diesen Gebrauch) annehmen. Denn seineVernunft weiß den Dingen eine Übereinstimmung mitseinen willkürlichen Einfallen, wozu er selbst nicht einmalvon der Natnr pradcstinirt war, zu geben. Nur WLNNman annimmt, Menschen haben auf Erden leben sollen,so müssen doch wenigstens die Mittel, ohne die sie alsThiere und selbst als vernünftige Thiere (in wie nie-drigem Grade es auch sey) nicht bestehen konnten, auchnicht fehlen; alsdann aber würden diejenigen Natur-dinge, die zu diesem Vehus unentbehrlich sind, auch alsNaturzwecke angesehen werden müssen.
Man sieht hieraus leicht ein, daß die äußere Zweck-mäßigkeit (Zuträglichkeit eines Dinges für andere) nur