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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
283
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Critik der teleologischen Urtheilskraft. 28z

unter der Bedingung, daß die Existenz desjenigen, demes zunächst oder auf entfernte Weife zuträglich ist, fürsich selbst Zweck der Natur sey, für einen äußern Natur-zw^ck angeschen werden könne. Da jenes aber, durchbloße Naturbetrachtung, nimmermehr auszumachen ist;so folgt, daß die relative Zweckmäßigkeit, ob sie gleichhypothetisch auf Naturzwecke Anzeige giebt, dennoch zukeinem absoluten teleologischen Urtheile berechtige.

Der Schnee sichert die Staaten in kalten LandernWider den Frost; er erleichtert die Gemeinschaft der Men-schen (durch Schlitten); der Lappländer findet dortThiere, die diese Gemeinschaft bewirken (Rennthiere),die an einem dürren Moose, welches sie sich selbst unterdem Schnee hervorscharren müssen, hinreichende Nah-rung finden, und gleichwohl sich leicht zähmen, und derFreyheit, in der sie sich gar wohl erhalten könnten, willigberaube« lassen. Für andere Völker in derselben Eiszoneenthalt das Meer reichen Vorrath an Thieren, die, aus-ser der Nahrung und Kleidung, die sie liesern, und demHolze, welches ihnen das Meer zu Wohnungen gleich-sam hinflößet, ihnen noch Brennmaterien zur Erwär-mung ihrer Hütten liefern. Hier ist nun eine bewun-dernswürdige Zusammenkunft von so viel Beziehungender Natur auf einen Zweck; und dieser ist der Grönlän-der, der Lappe, der Samojede, der Jakure, u. s. w.Aber man sieht nicht, warum überhaupt Menschen dortleben müssen. Also sagen: daß darum Dünste aus der