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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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300
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zoo Zweyter Theil.

den Gebrauch, den andere Naturwesen davon machen,verlaßt also die Betrachtung der innern Organisationund sieht nur auf äußere zweckmäßige Beziehungen, r-edas Gras dem Vieh, wie dieses dem Menschen alsMittel zu seiner Eristenz nöthig sey; und man siehtnicht, warum es denn nöthig sey, daß Menschen eri>stiren (welches, wenn man etwa die Neuhollander oderFcuerländer in Gedanken hat, so leicht nicht zu beant-worten seyn möchte): so gelangt man zu keinem katego-rischen Zwecke, sondern alle diese zweckmäßige Bezie-hung beruht auf einer immer weiter hinauszusetzendenBedingung, die als unbedingt (das Daseyn einesDinges als Endzweck) ganz außerhalb der physisch-te-levlogischen Weltbetrachtung liegt. Alsdann aber ist einsolches Ding auch nicht Naturzweck; chenn es ist (oderseine ganze Gattung) nicht als Natnrproduct anzusehen.

Es ist also nnr die Materie, sofern sie organisirtist, welche den Begrif von ihr als einem Naturzweckenothwendig bey sich fuhrt, weil diese ihre specifische Formzugleich Product der Natur ist. Aber dieser Begrif führtnun nothwendig auf die Idee der gesammten Naturals eines Systems nach der Regel der Zwecke; welcherIdee nun aller Mechanism der Natur nach Principiender Vernnnft (wenigstens um daran die Naturerschei-nung zu versuchen) untergeordnet werden muß. DasPrincip der Vernunft ist ihr als nur subjectiv, o. i. alsMaxime zustandig: Alles in der Welt ist irgend wozu