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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
302
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zo2 Zweyter Theil.

welche die Wüsten von Amerika den Wilden so beschwer-lich machen, seyen so viel Stacheln der Thätigkeit fürdiese angehenden Menschen, um die Moräste abzuleiten,und die dichten den Luftzug abhaltenden Wälder licht znmachen, und dadurch, ungleichen durch den Anbau desBodens, ihren Ausenthalt zugleich gesunder zu machen.Selbst was dem Menschen in seiner innern Organisa-tion widernatürlich zn seyn scheint, wenn es auf dieseWeise behandelt wird, giebt eine unterhaltende, biswei-len auch belehrende Aussicht in eine teleologische Ord-nung der Dinge, ans die uns, ohne ein solches Prin-cip, die bloß physische Betrachtnng allein nicht führenwürde. So wie einige den Bandwurm dem Menschenoder Thiere, dem er beywohnt, gleichsam zum Ersatzeines gewissen Mangels seiner Lebensorganen beygege-ben zu seyn urtheilen: so würde ich fragen, ob nichtdie Traume (ohne die niemals der Schlaf ist, ob mansich gleich nur selten derselben erinnert) eine zweckmä-ßige Anordnung der Natur seyn mögen, indem sienehmlich bey dem Abspannen aller körperlichen bewegen-den Kräfte, dazu dienen, vermittelst der Einbildungs-krast und der großen Geschäftigkeit derselben (die indiesem Zustande mehrentheils bis zum Affecte steigt) dieLebensorgcmen innigst zu bewegen; so wie sie auch beyüberfülletem Magen, wo diese Bewegung um desto nö-thiger ist, im Nachtschlafe gemeiniglich mit desto mehrLebhaftigkeit spielt; daß folglich ohne diese innerlich