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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
304
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Zo4 Zweyter Theil.

und uns selbst in dieser Betrachtung veredelt fühlen: ge-radc als ob die Natur ganz eigentlich in dieser Abl-chr ihreherrliche Bühne aufgeschlagen und ausgeschmückt habe.

Wir wollen in diesem §. nichts anders sagen, alsdaß, wenn wir einmal an der Natur ein Vermögen ent-deckt haben, Producte hervorzubringen, die nur nachdem Begriffe der Endursachen von uns gedacht werdenkönnen, wir weiter gehen, und auch die, welche (oderihr, obgleich zweckmäßiges, Verhältniß) es eben nichtnothwendig machen, über den Mechanism der blindwirkenden Ursachen hinaus ein ander Princip für ihreMöglichkeit aufzusuchen, dennoch als zu einem Systemder Zwecke gehörig beurtheilen dürfen; weil uns die er-stere Idee schon, was ihren Grund betrift, über dieSinnenwelt hinausführt: da denn die Einheit des über-sinnlichen Princips nicht bloß für gewisse Species derNaturwesen, sondern für das Naturganze, als System,auf dieselbe Art als gültig betrachtet werden muß.

§. 68»

Von dem Princip der Teleologie als inneremPrincip der Naturwissenschaft.

Die Principien einer Wissenschaft sind derselben ent-weder innerlich, und werden einheimisch genannt (xrin-cipiü äoineMcz); oder sie sind auf Begriffe, die nuraußer ihr Platz finden können, gegründet, und sindauswärtige Principien (xerezrins). Wissenschaften,

welche