Druckschrift 
Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
313
Einzelbild herunterladen
 

Critik der teleologischen Urtheilskrast. z i z

^»ialectik genannt werden kann, und ein unvermeidli-cher Schein, den man in der Critik entblößen und auf-lösen muß, damit er nicht betrüge.

§. 70.

Vorstellung dieser Antinomie.

So fern die Vernunft es mit der Natur, als In-begrif der Gegenstande äußerer Sinne, zu thun hat,kann sie sich auf Gesetze gründen, die .der Verstand theilsselbst 2 priori der Natur vorschreibt, theils durch die inder Erfahrung vorkommenden empirischen Bestimmun-gen, ins Unabsehliche erweitern kann. Zur Anwendungder erster» Art von Gesetzen, nehmlich der allgemeinenGesetze der materiellen Natur überhaupt, braucht die Ur-theilskrast kein besonderes Princip der Reflexion; denn daist sie bestimmend, weil ihr ein objectives Princip durchden Verstand gegeben ist» Aber, was die besondern Gesetzebetrift, die uns nur durch Erfahrung kund werden kön-nen, so kann unter ihnen eine so große Mannichfaltigkeitund Ungleichartigkeit seyn, daß die Urtheilskrast sichselbst zum Princip dienen muß, um auch nur in den Er-scheinungen der Natur nach einem Gesetze zu forschenund es auszuspähen, indem sie ein solches zum Leitfadenbedarf, wenn sie ein zusammenhangendes Erfahrungs-erkenntniß nach einer durchgangigen Gesetzmäßigkeit derNatur, die Einheit derselben nach empirischen Gesetzen,«uch nur hoffen soll. Bey dieser zufälligen Einheit der

« 5