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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
326
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)26 Zweyter Theil.

rircn. Aber, wenn man ihm auch diese Art zu eristirenfür die Weltwesen einräumt, so ist doch jene ontologischeEinheit darum noch nicht sofort Zweckeinhejs, undmacht diese kcinesweges begreiflich. Die letztere ist nehm-lich eine ganz besondere Art derselben, die aus der Ver-knüpfung der Dinge (Weltwesen) in einem Subjecte(dem Urwesen) gar nicht fclg?, sondern durchaus dieBeziehung auf eine Ursache, die Verstand hat, beysich fuhrt und selbst, wenn man alle diese Dinge in ei-nem einfachen Subjecte vereinigte, doch niemals eineZweckbcziehung darstellt: wofern man unter ihnen nichterstlich innere Wirkungen der Substanz, als einerUrsache; zweitens eben derselben, als Ursache durchihren Verstand, denkt. Ohne diese formalen Bedin-gungen ist alle Einheit bloße Naturnothwendigkeit; und,wird sie gleichwohl Dingen beygelegt, die wir als außereinander vorstellen, blinde Nothwendigkeit. Will manober das, was die Schule die transcendentale Vollkom-menheit der Dinge (in Beziehung ans ihr eigenes We-sen) nennt, nach welcher alle Dinge alles an sich ha-ben, was erfordert wird, um fo ein Ding und kein an-deres zn seyn, Zweckmäßigkeit der Natur nennen: soist das ein kindisches Spielwerk mit Worten statt Be-griffen. Denn, wenn alle Dinge als Zwecke gedachtwerden müssen, also ein Ding seyn und Zweck seyn ei-nerley ist, so giebt es im Grunde nichts, was besondersals Zweck vorgestellt zu werden verdiente.