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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
327
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Critik der teleologifchm Urtheilskraft. Z2.

Man sieht hieraus wohl : daß Spinoza dadurch,daß er unsere Begriffe von dem Zweckmäßigen m derNatur auf das Bewußtseyn unser selbst in einem allbe-fassenden (doch zugleich einfachen) Wesen zurückführte,und jene Form bloß in der Einheit der letztern suchte,nicht den Rcalism, sondern bloß den Jdealism derZweckmäßigkeit derselben zu behaupten die Absicht habenmußte, diese aber selbst doch nicht bewerkstelligen konnte,weil die bloße Vorstellung der Einhctt des Substratsauch nicht einmal die Idee von einer, auch n., unab-sichtlichen, Zweckmäßigkeit bewirken kann.

2) Die, welche den RealislN der Naturzweckenicht bloß behaupten, sondern ihn auch zu erklären ver-meyncn, glauben eine besondere Art der Causalitat,nehmlich absichtlich wirkender Ursachen, wenigstens ihrerMöglichkeit nach einsehen zu können; sonst könnten siees nicht unternehmen jene erklären zu wollen. Denn zurBefugniß selbst der gewagtesten Hypothese, muß wenig-stens die Möglichkeit dessen, was man als Grundannimmt, gewiß seyn, und man muß dein Begriffedesselben seine objective Realität sichern können.

Aber die Möglichkeit einer lebenden Materie (derenBegrif einen Widerspruch enthält, weil Leblosigkeit, in-Krtis, den wesentlichen Charakter derselben ausmacht)läßt sich nicht einmal denken; die einer belebten Materieund der gesammten Natur, als eines Thiers, kann nursofern (zum Behuf einer Hypothese der Zweckmäßigkeit, , A 4