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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
336
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zz6 Zweyter Theil.

Urlheilskraft in ihrer Reflexion über die Zwecke in derNatur, die nach keinem andern Princip als dem einerabsichtlichen Causalitat einer höchsten Ursache gedachtwerden können.

Wollten wir den obersten Satz dogmatisch, austeleologischen Gründen, darthun; so würden wir vonSchwierigkeiten befangen werden, aus denen wir unsnicht herauswickeln könnten. Denn da würde diesenSchlüssen der Satz zum Grunde gelegt werden müssen:die organisirten Wesen in der Welt sind nicht anders, alsdurch eine absichtlich-wirkende Ursache möglich. Daßaber, weil wirj diese Dinge nur unter der Idee der Zweckein ihrer Causalverbindung verfolgen und diese nach ihrerGesetzmäßigkeit erkennen können, wir auch berechtigtwären, eben dieses auch für jedes denkende und erkennnende Wesen als nothwendige, mithin dem Objecte uudnicht bloß unserm Subjecte anhangende Bedingung,vorauszusetzen: das müßten wir hieben unvermeidlichbehaupten wollen. Aber mit einer solchen Behauptungkommen wir nicht durch. Denn, da wir die Zwecke inder Natur als absichtliche eigentlich nicht beobachten,sondern nur, in der Reflexion über ihre Producte, die-sen Begrif als einen Leitfaden der Urtheilskraft hinzudenken; so sind sie uns nicht durch das Object gegeben.

prori ist es sogar für uns unmöglich, einen solchenBegrif, seiner objectiven Realität nach, als anneh,mungsfahig zu rechtfertigen. Es bleibt also schlechter-dings