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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
337
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Critik der teleologischen Urtheilskraft. z

dittgs ein nur auf subjectiven Bedingungen, nehmlich derunseren Erkenntnißvermögen angemessen reflectirendenUrtheilskraft, beruhender Satz, der, wenn man ihn alsobjectiv-dogmatisch geltend ausdrückte, heissen würde:Es ist ein Gott; nun aber, für uns Menschen, nur dieeingeschränkte Formel erlaubt: Wir können uns dieZweckmäßigkeit, die selbst unserer Erkenntniß der inne-ren Möglichkeit vieler Naturdinge zum Grunde gelegtwerden muß, gar nicht anders denken und begreiflichmachen, als indem wir sie und überhaupt die Weltuns als ein Product einer verstandigen Ursache (einesGottes) vorstellen.

Wenn nun dieser auf einer unumgänglich nothwen-digen Maxime unserer Urtheilskraft gegründete Satzallem sowohl speculativen als practischen Gebrauche un-serer Vernunft in jeder menschlichen Absicht vollkom-men genugthuend ist; so möchte ich wohl wissen, wasuns dann darunter abgehe, daß wir ihn nicht auch fürhöhere Wefen gültig, nehmlich aus reinen objectivenGründen (die leider unser Vermögen übersteigen) bewei-sen können. Es ist nehmlich ganz gewiß, daß wir dieorganisirten Wesen und deren innere Möglichkeit nachbloß mechanischen Principien der Natur nicht einmal zu-reichend kennen lernen, viel weniger uns erklaren kön-nen: und zwar so gewiß, daß man dreist sagen kann,es ist für Menschen ungereimt, auch nur einen solchenRan» (nr. d. Urrheilekr. N