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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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343
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Critik der tele elegischen Urtheilskraft. Z4Z

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Handlungen als Pflichten) vorgestellt werden müssen, unddie Vernunft diese Nothwendigkeit nicht durch ein Seyn(Geschehen), sondern Seyn - Sollen ausdrückt: welchesnicht Statt finden würde, wenn die Vernunft ohne Sinn-lichkeit (als subjektive Bedingung ihrerxAnwendnng aus Ge-genstände der Nacur), ihrer Causalität nach, mithin alsUrsache tn einer inttlligibelen, mit dem moralischen Gesetzedurchgängig übereinstimmenden, Welt betrachtet würde, wozwischen Sollen und Thun, zwischen einem praetiscken Gesetzevon dem was durch uns möglich ist, und dem theoretischenvon dem wäs durch uns wirklich ist, kein Unterschied seinwürde. Ob nun aber gleich eins intelligibele Wclt, in wel-cher alles darum wirklich seyn würde, bloß nur weil es (alscrwaö Gutes) möglich ist, und selbst die Freyheit, als for-male Bedingung derselben, für uns ein überschwenglicherBegris ist, der zu keinem coustitutiven Princip, ein Objectund dessen objective Realität zu bestimmen, tauglich ist; sodient die letztere doch, nach der Beschaffenheit unserer (zumTheil sinnlichen) Natur und Vermögens, für uns und allevernünftige mit der Stnncnwelc in Verbindung stehendeWesen, so weit wir sie uns nach der Beschaffenheit unsererVernunft vorstellen können, zu einem allgemeinen regulati-ven Princip, welches die Beschaffenheit der Freiheit, alsForm der Causalität, nicht objectiv bestimmt, sondern, undzwar nicht mit minderer Gültigkeit, als ob dieses geschähe,die Regel der Handlungen nach jener Zdee für jedermannzu Geboten macht.

Eben so kann man auch, was unsern vorliegenden Fallbetrift, einräumen: wir würden zwischen NaturmechaniSmund Technik der Natur, d. i. Zweckvcrknüvsung in derselben,keinen Unterschied finden, wäre unser Verstand nicht von derArt, daß er vom Allgemeinen zum Besonder» gehen muß,

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