Druckschrift 
Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
346
Einzelbild herunterladen
 

^46 Zweyter Theil.

iiegen (so wie wir i>: der Critik der r. V. eine anderemögliche Anschauung in Gedanken haben mußten, wenndie unsrige als eine besondere Art, nehmlich der, fürwelche Gegenstande nur als Erscheinungen gelten, ge-halten werden sollte), damit man sagen könne: gewisseNaturproducte müssen, nach der besondern Beschaffen-heit unseres Verstandes, V0N Uns ihrer Möglichkeitnach absichtlich m?o als Zwecke erzeugt, betrachtetwerden, ohne doch darum zu verlangen, daß es wirk-lich eine besondere Ursache, welche die Vorstellung einesZwecks zu ihrem Bcsiimmungsgrunde hat, gebe, mit-hin ohne in Abrede zn ziehen, daß nicht ein anderer (hö-herer) Verstand, als der menschliche, auch im Mecha-nism der Natur d. i. einer Causalverbiudung, zu dernicht ausschließungsweise ein Verstand als Ursache ange-nommen wird, den Grnnd der Möglichkeit solcher Pro-dutte der Natur antreffen könne»

Es kommt hier also auf das Verhalten unseresVerstandes zur Urtheilskraft an, daß wir nehmlichdarin eine gewisse Zufälligkeit der Beschaffenheit desunsrigen aussuchen, um die als Eigenthümlichkeit unse-res Verstandes, zum Unterschiede von anderen mögli-chen, anzumerken.

Diese Zufälligkeit findet sich ganz natürlich in demBesondern, welches die Urtheilskraft unter dasAllgemeine der Verstandesbegriffe bringen soll; denndurch das Allgemeine Unseres (menschlichen) Verstan-