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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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347
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Critik der teleologischen Urtheilökrast. Z47

des ist das Besondere nicht bestimmt; und es ist zufällig,auf wie vielerlei) Art unterschiedene Dinge, die doch ineinem gemeinsamen Merkmale übereinkommen, unsererWahrnehmung vorkommen können. Unser Verstand istein Vermögen der Begriffe, d. i. ein discursiver Ver-stand, für den es freylich zufallig seyn muß, welcherlei)und wie fehr verschieden das Besondere seyn mag, dasihm in der Natur gegeben werden, und das unter seineBegriffe gebracht werden kann. Weil aber zum Erkennt-niß doch auch Anschauung gehört, und ein Vermögeneiner völligen Spontaneität der Anschauung

ein von der Sinnlichkeit unterschiedenes und davon ganzunabhängiges Erkcnntmßvermvgen, mithin Verstand inder allgemeinsten Bedeutung seyn würde: so kann mansich auch einen intuitiven Verstand (negativ, nehmlichbloß als nicht discursiven) denken, welcher nicht vomAllgemeinen zum Besonderen und so zum Einzelnen(durch Begriffe) geht, und für welchen jene Zufälligkeitder Zusammensiimmung der Natur in ihren Producte»nach besondern Gesetzen zum Verstaube nicht angetrof-fen wird, welche dem unfrigen es so schwer macht, dasMannichfaltige derselben zur Einheit des Erkenntnisseszu bringen; ein Geschäft, das der unsrige nur durchÜbereinstimmung der Naturmcrkmale zu unserm Ver-mögen der Begriffe, welche sehr zufällig ist, zu Standebringen kann, dessen ein anschauender Verstand abernicht bedarf»