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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
349
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Critlk der teleologischen Urtheilskraft. Z49

nmng für die Urtheilskrast von der Subsumtion der em-pirischen Anschauung (wenn der Gegenstand ein Natur-produkt ist) unter dem Begrif erwarten muß. Nunkönnen wir uns aber auch einen Verstand denken, der,weil er nicht wie der unsrige discursiv, sondern intuitivist, vom Synthetisch-Allgemeinen (der Anschauungeines Ganzen, als eines solchen) zum Besondern geht,d.i. vom Ganzen zu den Theilen; der also "und dessenVorstellung des Ganzen die Zufälligkeit der Verbin-dung der Theile nicht in sich enthält, um eine bestimmteForm des Ganzen möglich zu machen, die unser Ver-stand bedarf, welcher von den Theilen, als allgemein-gedachten Gründen, zu verschiedenen darunter zu subsu-mirenden möglichen Formen, als Folgen, fortgehenmuß. Nach der Beschaffenheit unseres Verstandes isthingegen ein reales Ganze der Natur nur als Wirkungder concurrirenden bewegenden Kräfte der Theile anzu-sehen. Wollen wir uns also nicht die Möglichkeit desGanzen als von den Theilen, wie es unserm discursivenVerstände gemäß ist, sondern, nach Maaßgabe des in-tuitiven (urbildlichen), die Möglichkeit der Thcl.e (ihrerBeschaffenheit und Verbindung nach) als vom Ganzenabhangend vorstellen; so kann dieses, nach eben dersel-ben Eigenthümlichkeit unseres Verstandes, nicht so ge-schehen, daß das Ganze den Grund der Möglichkeit derVerknüpfung der Theile (welches in der discnrsiven Er-kenntnißart Widerspruch seyn würde), sondern nur daß die