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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
351
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, Critik der teleologischen Urtheilskraft. z^l

gen, Verstandes (Wtellecws ec^-pns) und der Zufäl-ligkeit einer solchen Beschaffenheit, auf jene Idee (einesinlsllecws 3ic^et)'xns) geführet werden, diefe auch kei-nen Widerspruch enthalte»

Wenn wir nun ein Ganzes der Materie, seinerForm nach, als ein Product der Theile und ihrer Kräfteund Vermögen sich von selbst zu verbinden (andere Ma-terien, die diese einander zuführen, hinzugedacht) be-trachten ; so stellen wir uns eine mechanische Erzeugungs-art desselben vor. Aber es kommt auf solche Art keinBegrif von einem Ganzen als Zweck heraus, dessen in-nere Möglichkeit durchaus die Idee von einem Ganzenvorausfetzt, von der selbst die Befchaffenheit und Wir-kungsart der Theile abhängt, wie wir uns doch einenorganisirtcn Körper vorstellen müssen» Hieraus folgtaber, wie eben gewiesen worden, nicht, daß die mecha-nische Erzeugung eines solchen Körpers unmöglich sey;denn das würde soviel sagen, als, es sey eine solcheEinheit tti der Verknüpfung des Mannichfaltigen fürjeden Verstand unmöglich (d. i. widersprechend)sich vorzustellen, ohne daß die Idee derselben zugleichdie erzeugcude Ursache derselben sey, d. i. ohne absicht-liche Hervorbringung. Gleichwohl würde dieses in derThat folgen, wenn wir materielle Wefen, als Dinge ansich selbst, anzusehen berechtigt wären. Denn alsdannwürde die Einheit, welche den Grund der Möglichkeitder Naturbildungen ausmacht, lediglich die Einheit des