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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
360
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z6o Zweyter Theil»

Zwecken verständlich ist (wie organisirte Materien vonder Art sind). Es bleibt also bey dem obigen Grund-satze der Teleologie: daß, nach der Beschaffenheit desmenschlichen Verstandes, für die Möglichkeit organischerWesen in der Natur keine andere als absichtlich wirkendeUrsache könne angenommen werden, und der bloße Me-chanism der Natur zur Erklärung dieser ihrer Productegar nicht hinlänglich seyn könne; ohne doch dadurch inAnsehung der Möglichkeit solcher Dinge selbst durch die-sen Grundsatz entscheiden zu wollen.

Da nehmlich dieser nur eine Maxime der reflectiren-den, nicht der bestimmenden Urtheilskraft, daher nursubjectiv für uns, nicht objectiv für die Möglichkeit die-ser Art D-nge selbst, gilt (wo beiderlei) Erzcngungsartenwohl in einem und demselben Grunde zusammenhangenkönnten); da ferner, ohne allen zu der teleologisch-ge-dachten Erzeugungsart hinzukommenden Vegrif von ei-nem dabey zugleich anzutreffenden Mechanism der Na-tur, dn-gleichen Erzeugung gar nicht als Naturproductbeurtheilt werden könnte: so führt obige Maxime zugleichdie Nothwendigkeit einer Vereinigung beider Principienin der Beurtheilung der Dinge als Naturzwecke bey sich,aber nicht um eine ganz, oder in gewissen Stücken, andie Stelle der andern zu fetzen. Denn an die Stelledessen, was (von uns wenigstens) nur als nach Absichtmöglich gedacht wird, laßt sich lein Mechanism; und andie Stelle dessen, was nach diesem als nothwendig er-