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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
365
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Critik der teleologischen Urthsilskraft. Z65

Daß sie in die Theologie als ein Theil derselbennicht gehöre, ob gleich in derselben von ihr der wichtigsteGebrauch gemacht werden kann, ist für sich selbst klar.Denn sie hat Raturerzeugungen und die Ursache dersel-ben zu ihrem Gegenstände; und, ob sie gleich auf dieletztere» als einen ausser und über die Natur belegenenGrund (göttlichen Urheber), hinausweiset, so thut siedieses doch nicht für die bestimmende, sondern nur (umdie Beurtheilung der Dinge in der Welt durch einesolche Idee, dem menschlichen Verstände angemessen,als regulatives Princip zu leiten), bloß für die reflec-tirende Urtheilskraft in der Naturbetrachtung.

Eben so wenig scheint sie aber auch in die Natur-Wissenschaft zu gehören, welche bestimmender und nichtbloß reffcctirender Principien bedarf, um von Naturwir-kungen objective Gründe anzugeben. In der That istauch für die Theorie der Natur, oder die mechanischeErklärung der Phänomene derselben, durch ihre wirken-den Ursachen, dadurch nichts gewonnen, daß man sienach dem Verhältnisse der Zwecke zu einander betrachtet»Die Aufstellung der Zwecke der Natur an ihren Pro-ducten, so fern sie ein System nach teleologischen Begrif-fen ausmachen, ist eigentlich nur zur Naturbeschreibunggehörig, welche nach einem besondern Leitfaden abgcfas-set ist: wo die Vernunft zwar ein herrliches unterrichten?des und prattisch in mancherley Absicht zweckmäßigesGeschäft verrichtet, aber über das Entstehen und die in.