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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
367
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Cvitik der teleologischen Urtheilökraft. Z67

deutlich begränzt: nehmlich so, daß, nach einem Principder Urtheilskraft, durch das erstere Verfahren allein zurErklärung der letzteren gar nichts ausgerichtet werdenkönne, mithin die Beurtheilung solcher Producte jeder-zeit von uns zugleich einem teleologischen Princip un-tergeordnet werden müsse.

Es ist daher vernunftig, ja verdienstlich, dem Na-turmcchanism, zum Behuf einer Erklärung der Natur-produkte, soweit nachzugehen, als es mit Wahrschein-lichkeit geschehen kann, ja diesen Versuch nicht darumaufzugeben, weil es an sich unmöglich sey auf feinemWege mit der Zweckmäßigkeit der Natur zusammenzu-treffen, sondern nur darum, weil es für IMs als Men-schen unmöglich ist; indem dazu eine andere als sinnli-che Anschauung und ein bestimmtes Erkenntniß des in-telligibelen Substrats der Natur, woraus selbst von demMcchanism der Erscheinungen nach besondern GesetzenGrund angegeben werden könne, erforderlich seyn wür-de, welches alles unser Vermögen ganzlich übersteigt.

Damit also der Naturforscher nicht auf reinen Ver-lust arbeite, so muß er in Beurtheilung der Dinge, de-ren Begrif als Naturzwecke unbezweifelt gegründet ist(organisirter Wesen), immer irgend eine ursprünglicheOrganisation zum Grunde legen, welche jenen Mecha-nism selbst benutzt, um andere organisirre Formen her-vorzubringen, oder die seinize zu neuen Gestalten (die