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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
369
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Critik der' teleologischen Urcheilskraft. z6Z

schaftlichen Urmutter, durch die siufenartige Annäherungeiner Thiergattung zur andern, von derjenigen an, inwelcher das Princip der Zwecke am meisten bewahrt zuseyn scheint, nehmlich dem Menschen, bis zum Polyp,von diesem so gar bis zu Moosen und Flechten, und end-lich zu der niedrigsten uns merklichen Stufe der Natur,zur rohen Materie: aus welcher und ihren Kräften,nach mechanischen Gesetzen (gleich denen, wornach siein Crystallerzeugungen wirkt), die ganze Technik derNatur, die uns in organisirten Wesen so unbegreiflichist, daß wir uns dazu ein anderes Princip zu denkengenöthigt glauben, abzustammen scheint.

Hier steht es nun dem Archäologen der Naturfrey, aus den übriggebliebenen Spuhren ihrer ältestenRevolutionen, nach allem ihm bekannten oder gemnth-maßten Mechanism derselben, jene große Familie vonGeschöpfen (denn so mußte man sie sich vorstellen, wenndie genannte durchgängig zusammenhangende Verwandt-schaft einen Grund haben soll) entspringen zu lassen.Er kann den Mutterschooß der Erde, die eben aus ihremchaotischen Zustande herausging (gleichsam als ein gro-ßes Thier), anfänglich Geschöpfe von minder > zweckmä-ßiger Form, diefe wiederum andere, welche angemesse-ner ihrem Zeugungsplatze und ihrem Verhaltnisse untereinander sich ausbildeten, gebähren lassen: bis dieseGebährmutter selbst, erstarrt, sich verknöchert, ihre Ge-burten auf bestimmte fernerhin nicht ausartende SpeciesR anrs Lrir. d. Urcheilstr. A a