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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
370
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Zweyter Theil.

eingeschränkt hätte, und die Mannichftltigkeit so bliebe,wie sie am Ende der Operation jener fruchtbaren Bil-dungskraft ausgefallen war. Allein er muß gleichwohlzu dem Ende dieser allgemeinen Mutter eine auf allediese Geschöpfe zweckmäßig gestellte Organisation beyle-gen, widrigenfalls die Zweckform der Proouttc desThier- und Pflanzenreichs ihrer Möglichkeit nach garnicht zu denken ist Alsdann aber hat er den Erklä-rungsgrund nur weiter aufgeschoben, und kann sich nicht

') Eine Hypothese von solcher Art kann man ein gewagtesAbenteuer der Vernunft nennen: und es mögen wenige,selbst von den scharfsinnigsten Naturforschern, seyn, denenes nicht bisweilen durch den Kopf gegangen wäre. Dennungereimt ist es eben nicht, wie die xenei-ario «c-zuivocz»worunter man die Erzeugung eines organisirten Wesensdurch die Mechanik der rohen unorganjsirten Materie ver-steht. Sie wäre immer noch xsnci-zrw umvo-, i» der all-gemeinsten Bedeutung des Worts, so fern nur etwas Orga-nisches aus einem andern Organischen, ob zwar unter dieserArt Wesen specifisch von ihm unterschiedenen, erzeugtwürde; z- B. wenn gewiss- Wasserthiere sich nach und nachzu Sumpsthieren, und aus diesen, nach einigen Zeugungen,zu Landthieren ausbildeten. ^ priori, im Urtheile der blo-ßen Vernunft, widerstreitet sich das nicht. Allein die Er-fahrung zeigt davon kein Beyspiel; nach der vielmehr alleZeugung, die wir kennen, Zensr-rio lwmonymü ist, nichtbloß univoi-ü» im Gegensatz mit der Zeugung aus unorga-nisirtem Stoffe, sonder» auch ein in der Organisation selbstmit dem Erzeugenden gleichartiges Product hervordringt,und die L^neiAtto lietsronym-,, so weit unsere ErfahningSkenntniß der Natur reicht, nirgend angetroffen wird. -