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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
380
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z8o Zweyter Theil.

müssen jederzeit organisirte Wesen, d. i. Naturzweckeseyn, denn sonst könnten jene auch nicht als Mittelbeurtheilt werden. So iöunen Wasser, Luft und Erdennichts als Mittel zu Anhäufung von Gebirgen angese-hen werden, weil diese an sich gar nichts enthalten,was einen Grund ihrer Möglichkeit nach Zwecken er-forderte, worauf in Beziehung also ihre Ursache nie-mals unter dem Prädicate eines Mittels (das dazunützte) vorgestellt werden kann»

Die äußere Zweckmäßigkeit ist ein ganz anderer Be-grif als der Begrif der inneren, welche mit der Mög-lichkeit eines Gegenstandes, unangesehen ob seine Wirk-lichkeit selbst Zweck sey oder nicht, verbunden ist.Man kann von einem organisirten Wesen noch fragen:wozu ist es da? aber nicht leicht von Dingen, an de-nen man bloß die Wirkung von Mechanism der Na-tur erkennt. Denn in jenen stellen wir uns schoneine Causalität nach Zwecken zu ihrer inneren Mög-lichkeit, einen schaffenden Verstand vor, und bezie-hen dieses thatige Vermögen auf den Bcstimmungs-grund desselben, die Absicht. Es giebt nur eine ein-zige äußere Zweckmäßigkeit, die mit der innern derOrganisation zusammenhangt, und, ohne daß die Fra-ge seyn darf, zu welchem Ende dieses so organisirteWesen eben habe eristiren müssen, dennoch im äußerenVerhältniß eines Mittels zum Zwecke dient. Dieses