Critik der teleologischen Urtheilskraft. z 81
ist die Organisation beiderlei) Geschlechts in Beziehungauf einander zur Fortpflanzung ihrer Art; denn hierkann man immer noch, eben so wie bey einem Indi-viduum, fragen: warum mußte ein solches Paar existi-ren? Die Antwort ist: Dieses hier macht allererst einvrganistrendes Ganze aus, ob zwar nicht ein orga-«isirtes in einem einzigen Körper.
Wenn man nun fragt, wozu ein Ding da ist; fo istdie Antwort entweder: fein Daseyn und feine Erzeugunghat gar keine Beziehung auf eine nach Absichten wir«kende Ursache, und alsdann versteht man immer einenUrsprung derselben aus dem Mechanism der Natur;oder es ist irgend ein absichtlicher Grund seines Da-seyns (als eines zufalligen Naturwesens), und diesenGedanken kann man schwerlich von dem Begriffe ei-nes organisirten Dinges trennen: weil, da wir einmalseiner innern Möglichkeit eine Caufalitat der Endursa-chen und eine Idee, die dieser zum Grunde liegt, ml-terlegen müssen, wir auch die Existenz dieses ProducteSnicht anders als Zweck denken können» Denn, die vor^gestellte Wirkung, deren Vorstellung zugleich der Be-stimmungsgrund der verstandigen wirkenden Ursache zuihrer Hervorbringung ist, heißt Zweck. In diesemFalle also kann man entweder sagen: der Zweck derExistenz eines solchen Naturwesens ist in ihm selbst/d. i. es ist nicht bloß Zweck, sondern auch Endzweck;oder dieser ist außer ihm in anderen Naturwesen, d. f.