Z82 Zweyter Theil.
es eristirt zweckmäßig nicht als Endzweck, sondern noth-wendig zugleich als Mittel.
Wenn wir aber die ganze Natur durchgehen, sofinden wir in ihr, als Natur, kein Wesen, welches aufden Vorzug, Endzweck der Schöpfung zu seyn, An-spruch machen konnte; und man kann sogar a prioribeweisen: daß dasjenige, was etwa noch für die Na-tur ein letzter Zweck seyn könnte, nach allen erdenk-lichen Bestimmungen und Eigenschaften, womit man esausrüsten möchte, doch als Naturding niemals einEndzweck seyn könne.
Wenn man das Gewachsreich ansieht, so könntematt anfanglich durch die unermeßliche Fruchtbarkeit,durch welche es sich beynahe über jeden Boden ver-breitet, auf den Gedanken gebracht werden, es für einbloßes Product des Mechanisms der Natur, welchensie in den Bildungen des Mineralreichs zeigt, zu hal-ten. Eine nähere Kenntniß aber der unbeschreiblichweifen Organisation in demselben läßt uns an diesemGedanken nicht haften, sondern veranlaßt die Frage:Wozu sind diese Geschöpfe da? Wenn man sich ant-wortet: für das Thierreich, welches dadurch genährtwird, damit es sich in so mannichfaltige Gattungenüber die Erde habe verbreiten können; fo kommt dieFrage wieder: -Wozu sind denn diefe Pflanzen-verzeh-renden Thiere da? Die Antwort würde etwa seyn: fürdie Raubthiere, die sich nur von dem nähren können