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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
387
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. Critik der teleologischen Urtheilökraft. Z87

Principien der reflectirenden Urtheilskraft sind, die nehm-lich ihren Ursprung nicht an sich bestimmen, sondernnur sagen, daß wir, nach der Beschaffenheit unseresVerstandes und unsrer Vernunft, ihn, in dieser ArtWesen nicht anders als nach Endursachen denken kön-nen; die größtmögliche Bestrebung, ja Kühnheit inVersuchen sie mechanisch zu erklaren', nicht allein erlaubtist, sondern wir auch durch Vernunft dazu aufgerufensind, ungeachtet wir wissen, daß wir damit aus sub-jectiven Gründen der besondern Art und Beschrankungunseres Verstandes (und nicht etwa, weil der Mecha-nism der Erzeugung einem Ursprünge nach Zwecken ausich widerspräche) niemals auslangen können; und daßendlich in dem übersinnlichen Princip der Natur (sowohl außer uns als in uns) gar wohl die Vereinbarkeitbeider Arten sich die Möglichkeit der Natur vorzustellen,liegen könne, indem die Vorstellungsart nach Endursa-chen nur eine subjectivc Bedingung unseres Vernunftge-brauchs fey, wenn sie die Beurtheilung der Gegenstandenicht bloß als Erscheinungen angestellt wissen will, son-dern dieft Erscheinungen selbst, sammt ihren Principien,auf das übersinnliche Substrat zu beziehen verlangt,um gewisse Gesetze der Einheit derselben möglich zu fin^den, die sie sich nicht anders als durch Zwecke (wovondie Vernunft auch solch? hat, die übersinnlich sind) vor-stellig machen kann.

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