Critik der theologischen Urtheilskraft. Z89
unmöglich ist) adäquat machen will. Er entwirst siesich selbst, und zwar auf so verschiedene Art, durch sei-nen mit der Einbildungskraft und den Sinnen verwickel-ten Verstand; er ändert sogar diesen so oft, daß die Na-tur, wenn sie auch feiner Willkür ganzlich unterworfenwäre, doch schlechterdings kein bestimmtes allgemeinesund festes Gesetz annehmen könnte, um mit diesemschwankenden Begrif, und so mit dem Zweck, den jedersich willkürlicher Weise vorsetzt, übereinzustimmen. Aber,selbst wenn wir entweder diesen auf das wahrhaste Na-turbedürfniß, worin unsere Gattung durchgängig mit,sich übereinstimmt, herabfetzen, oder, andererseits, dieGefchicklichkeit sich eingebildete Zwecke zu verschaffennoch so hoch steigern wollten: so würde doch, was derMensch unter Glückseligkeit versteht, und was in derThat sei» eigener letzter Naturzweck (nicht Zweck derFreyheit) ist, von ihm nie erreicht werden; denn feineNatur ist nicht von der Art, irgendwo im Besitze undGenusse aufzuhören und befriedigt zu werden. Andrer-seits ist fo weit gefehlt: daß die Natur ihn zn ihrem be-sondern Liebling aufgenommen und vor allen ThierenMit Wohlthun begünstigt habe, daß sie ihn vielmehr inihren verderblichen Wirkungen, in Pest , Hunger, Wasser-gefahr, Frost, Anfall von andern großen und kleinenThieren u. d. gl. eben so wenig verschont, wie jedes an-dere Thier; noch mehr aber, daß das Widersinnische derNaturalllagen in ihm ihn noch in selbstersonnn'.e
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