Critik der teleologischen Urtheilskraft. Z91
ben, müssen wir dasjenige^ was die Natur zu leistenvermag um ihn zu dem vorzubereiten, was er selbst thunmuß um Endzweck zu seyn, heraussuchen, und es vonallen den Zwecken absondern, deren Möglichkeit auf Be-dingungen beruht, die man allein von der Natur erwar-ten darf. Von der letztern Art ist die Glückseligkeit aufErden, worunter der Inbegrif aller durch die Naturaußer und in dem Menschen möglichen Zwecke desselben- verstanden wird; das ist die Materie aller seiner Zweckeauf Erden, die, wenn er sie zu seinem ganzen Zweckemacht, ihn unfähig macht, seiner eigenen Existenz einenEndzweck zu setzen und dazu zusammen zu stimmen. Esbleibt also von allen seinen Zwecken in der Natur nur dieformale, subjective Bedingung, nehmlich der Tauglich-keit: sich selbst überhaupt Zwecke zu setzen, und (unab-hängig von der Natur in seiner Zweckbestimmung) dieNatur, den Maximen seiner freyen Zwecke überhauptangemessen, als Mittel zu gebrauchen, übrig, was dieNatur, in Absicht auf den Endzweck, der außer ihrliegt, ausrichten, und welches also als ihr letzter Zweckangesehen werden kann. Die Hervorbringung der Taug-lichkeit eines vernünftigen Wesens zu beliebigen Zweckenüberhaupt (folglich in feiner Freyheit) ist die Cultur.Also kann nur die Cultur der letzte Zweck seyn, den mander Natur in Ansehung der Menschengattung beyzulegenUrsache hat (nicht seine eigene Glückseligkeit auf Erden,oder wohl gar bloß das vornehmste Werkzeug zu feyn,
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