Zweyter Theil,
Ordnung und Einhelligkeit in der vernunftlosett Naturaußer ihm zu stiften).
Aber nicht jede Cultur ist zu diesem letzten Zweckeder Natur hinlänglich. Die der Geschicklichkeitist freylich die vornehmste subjective Bedingung derTauglichkeit zur Beförderung der Zwecke überhaupt;aber doch nicht hinreichend, den Willen in der Bestim-mung und Wahl seiner Zwecke, zu befördern, welchedoch zum ganzen Umfange einer Tauglichkeit zu Zweckenwesentlich gehört. Die letztere Bedingung der Tauglich-keit, welche man die Cultur der Zucht (Disciplin) nennenkönnte, ist negativ, und besieht in der Vefteyung desWillens von dem Despotism der Begierden, wodurchwir, an gewisse Naturdinge geheftet, unfähig gemachtwerden, selbst zu wählen, indem wir uns die Triebe zuFesseln dienen lassen, die uns die Natur nur statt Leit-faden beygegeben hat, um die Bestimmung der Thier-heit in uns nicht zu vernachlässigen, oder gar zu ver-letzM/ indeß wir doch frey genug sind, sie anzuziehenoder nachzulassen, zu verlängern oder zu verkürzen,nachdem es die Zwecke der Vernunft erfordern.
Die Geschicklichkeit kann in der Menschengattungnicht wohl entwickelt werden, als vermittelst der Un-gleichheit unter Menschen; dq die größte Zahl die Noth-wendigkeiten des Lebens gleichsam mechanisch, ohne dazubesonders Kunst zu bedürfen, zur Gemächlichkeit undMuße anderer, besorget, welche die minder nothwendig