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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
396
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Zweyter Theil»

§. 84.

Von dem Endzwecke des Daseyns einerWelt, d. i. der Schöpfung selbst.

Endzweck ist derjenige Ziveck, der keines andernals Bedingung seiner Möglichkeit bedarf.

Wenn für die Zweckmäßigkeit der Natur der bloßeMechanism derselben zum Erklärungsgrunde angenom-men wird, fo kann man nicht fragen: wozu die Dingein der Welt da sind; denn es ist alsdann, nach einemsolchen idealistischen System, nur von der physischen Mög-lichkeit der Dinge (welche uns als Zwecke zu denkenbloße Vcrnünfteley, ohne Object, seyn würde) die Rede:man mag nun diese Form der Dinge auf den Zufall,oder blinde Nothwendigkeit deuten, in beiden Fällen

se'igkeit), ist leicht zu entscheiden. Er sinkt unter Null;denn wer wollte wohl das Lebe » unter denselben Bedin-gungen, oder auch nach einem neuen, selbst entworfenen(doch dem Naturlaufe gemäßen) Plane, der aber auch blos?auf Genuß gestellt wäre, aufs neue antreten? WeichenWerth das Leben dem zufolge habe, was es, nach demZwecke, den die Natur mit uns hat, geführt, in sich ent-halt und welches .n dem besteht, was man thut (»icbr bloßgenießt), wo wir aber immer doch nur Mittel zu unbe<stimmtem Endzweck- sind, ist oben gezeigt worden. ESbleibt also wohl nichts übn'q, als der Werth, den wir un-serem Leben selbst geben, durch das, was wir nicht alleinthun, sondern auch s? uuai^.'-igig von der Natur zweck-mäßig thun, daß selbst >- > Existenz der Natur nur unterdieser Bedingung Zweck sev>» rann.