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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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405
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Cntik der teleologischm Urtheilskrast. 405

sie aber das Gute und Böse, das Zweckmäßige undZweckwidrige in ihr, wenigstens für unsere Einsicht, sehrgemischt antrafen, und sich nicht erlauben konnten, ins-geheim dennoch zum Grunde liegende weise und wohltha-tige Zwecke, von denen sie doch den Beweis nicht sa-hen, zum Behuf der willkürlichen Idee eines hvchstvoll-kommenen Urhebers anzunehmen; so konnte ihr Urtheilvon der obersten Weltursache schwerlich anders ausfal-len, so fern sie nehmlich nach Maximen des bloß theo-retischen Gebrauchs der Vernunft ganz consequent ver-fuhren. Andere, die als Physiker zugleich Theologenseyn wollten, dachten Befriedigung für die Vernunftdarin zu finden, daß sie für die absolute Einheit desPrincips der Naturdinge, welche die Vernunft fordert,vermittelst der Idee von einem Wesen sorgte», in wel-chem, als alleiniger Substanz, jene insgesamt nur in-harirende Bestimmungen waren: welche Substanz zwarnicht, durch Verstand, Ursache der Welt, in welcheraber doch, als Subject, aller Verstand der Weltwesenanzutreffen Ware; ein Wesen folglich, das zwar nicht«ach Zwecken etwas hervorbrachte, in welchem aber dochalle Dinge, wegen der Einheit des Subjects, von demsie bloß Bestimmungen sind, auch ohne Zweck und Ab-sicht nothwendig sich auf einander zweckmäßig beziehenmußten. So führten sie den Jdealism der Endursachenein: indem sie die so schwer herauszubringende Einheiteiner Menge zweckmäßig verbundener Substanzen, statt

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