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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
406
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4^6 Zweyter Theil.

der Causalabhängigkeit von einer, in die der InhärenzlN einer verwandelten; welches System in der Folae,von Seiten der inhärirenden Weltwescn betrachtet, alsPcmtheism, von Seiten des allein subsistirendcn Sub-jects, als Urwesens, (späterhin) als Spilioziem, nichtsowohl die Frage vom ersten Grunde der Zweckmäßigkeitder Natur auflösete, als sie vielmehr für nichtig erklärte,indem der letztere Begrif, aller seiner Realität beraubt,zur bloßen Mißdeutung eines allgemeinen omologischenBegrifs von einem Dinge überhaupt gemacht wurde.

Nach bloß theoretischen Principien des Vernunft-gebrauchs (worauf die Physicotheologie sich allein grün-det), kann also niemals der Begrif einer Gottheit, derfür unsere teleologische Beurtheilung der Natur zureichte,herausgebracht werden. . Denn wir erklaren entwederalle Teleologie für bloße Täuschung der Urtheilskraft inder Beurtheilung der Caufalverbindung der Dinge, undflüchten uns zu dem alleinigen Princip eines bloßen Me-chanisms der Natur, welche, wegen der Einheit derSubstanz, von der sie nichts als das Mannichfaltige derBestimmungen derselben sey, uns eine allgemeine Bezie-hung aufAwecke zu enthalten bloß scheine; oder, wennwir statt dieses Jdealisms der Endursachen, dem Grund-satze des Nealisms dieser besondern Art der Causalitatanhanglich bleiben wollen, so mögen wir viele verstän-dige Urwcsen, oder nur ein einiges, den Naturzweckenunterlegen: sobald wir zu Begründung des Begrifs von