4^8 Zweyter Theil.
renden Urtheilskraft zum Nichtmaaße dienen könnte.Ich hatte alsdann zwar einen Kunstverstand, fürzerstreute Zwecke; aber keine Weisheit, für einenEndzweck, der doch eigentlich den Bestimmungsgrundvon jenem enthalten muß. In Ermangelung aber einesEndzwecks, den nur die reine Vernunft s priori an dieHand geben kann (weil alle Zwecke in der Welt empi-risch bedingt sind, und nichts, als was hiezu oder dazu,als zufalliger Absicht, nicht was schlechthin gut ist, ent-halten können), und der mich allein lehren würde: welcheEigenschaften, welchen Grad und welches Verhältnißder obersten Ursache der Natur ich mir zu denken habe,um diese als ideologisches System zu beurtheilen; wieund mit welchem Rechte darf ich da meinen sehr einge-schränkten Begrif von jenem ursprünglichen Verstände,den ich auf meine geringe Weltkenntniß gründen kann,von der Macht dieses Urwesens seine Ideen zur Wirk-lichkeit zu bringen, von seinem Willen es zu thun u. s. w.,nach Belieben erweitern, und bis zur Idee eines allweisenunendlichen Wesens erganzen? Dies würde, wenn estheoretisch geschehen sollte, in mir selbst Allwissenheitvoraussetzen, um die Zwecke der Natur in ihrem ganzenZusammenhange einzusehen, und noch oben ein alle an-dere mögliche Plane denken zu können, mit denen inVergleichung der gegenwärtige als der beste mit Grundebeurtheilt werden müßte. Denn, ohne diese vollendeteKenntniß der Wirkung, kann ich auf keinen bestimmten