410 Zweyter Theil.
Also ist die Physicotheologie, eine mißverstandenephysische Teleologie, nur als Vorbereitung (Propädev-tik) zur Theologie brauchbar, und nur durch Hinzu-kunft eines anderweitigen Princips, auf das sie sichstützen kann, nicht aber an sich selbst, wie ihr Namees anzeigen will, zu dieser Absicht zureichend.
§. 86.
Von der Ethicotheologie.
Es ist ein Urtheil, dessen sich selbst der gemeinsteVerstand nicht entschlagen kann, wenn er über das Da-seyn der Dinge in der Welt und die Existenz der Weltselbst nachdenkt: daß nehmlich alle die mcmnichfaltigenGeschöpfe, von wie großer Kunsteinrichtung und wie man-nichfaltigem zweckmäßig auf einander bezogenen Zusam-menhange sie auch seyn mögen, ja selbst das Ganze so vie-ler Systeme derselben, die wir unrichtiger Weise Weltennennen, zu nichts da seyn wurden, wenn es in ihnennicht Menschen (vernünftige Wesen überhaupt) gäbe;d. i. daß, ohne den Menschen, die ganze Schöpfung einebloße Wüste, umsonst und ohne Endzweck seyn würde.Es ist aber auch nicht das Erkenntnißvermögen desselben(theoretische Vernunft), in Beziehung auf welches dasDaseyn alles Übrigen in der Welt allererst seinen Werthbekommt, etwa damit irgend Jemand da sey, welcherdie Welt betrachten könne. Denn, wenn diese Be-trachtung der Welt ihm doch nichts als Dinge ohne End-