Critik der teleologischen Urtheilskraft. 4^ i
zweck vorstellig machte, so kann daraus, daß sie erkanntwird, dem Daseyn derselben kein Werth erwachsen; undman muß schon einen Endzweck derselben voraussetzen,in Beziehung auf welchen die Weltbetrachtung selbst einenWerth habe. Auch ist es nicht das Gefühl der Lust undder Summe derselben, in Beziehung auf welches wireinen Endzweck der Schöpfung als gegeben denken, d. i.nicht das Wohlseyn, der Genuß (er sey körperlich odergeistig), mit einem Worte die Glückseligkeit, wornachwir jenen absoluten Werth schätzen. Denn: daß, wennder Mensch da ist, er diese ihm selbst zur Endabsichtmacht, giebt keinen Begrif, wozu er dann überhaupt dasey, nnd welchen Werth er dann selbst habe, um ihmseine Existenz angenehm zu machen» Er muß also schonals Endzweck der Schöpfung vorausgesetzt werden, umeinen Vernunftgrund zu haben, warum die Natur zuseiner Glückseligkeit zusammen stimmen müsse, wenn sieals ein absolutes Ganze nach Principien der Zwecke be-trachtet wird. — Also ist es nur das Begehrungsver-mögen: aber nicht dasjenige, was ihn von der Natur(durch sinnliche Antriebe) abhangig macht, nicht das,in Ansehung dessen der Werth seines Daseyns auf dem,was er empfängt und genießt, beruht; sondern derWerth, welchen er allein sich selbst geben kann, und wel-cher in dem besteht was er thut, wie und nach welchenPrincipien er, nicht als Naturglied, sondern in derFreyheit seines Begehrungsvermögens, handelt; d. h.