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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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414
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414 ' Zweyter Theil.

Zwecke, denken müssen. In Beziehung auf das höchsteunter seiner Herrschaft allein mögliche Gut, nehmlichdie Existenz vernünftiger Wesen unter moralischen Ge-setzen, werden wir uns dieses Urwesen als allwMnddenken: damit selbst das Innerste der Gesinnungen(welches den eigentlichen moralischen Werth der Hand-lungen vernünftiger Weltwesen ausmacht) ihm nichtverborgen sey; als allmächtig: damit er die ganzeNatur diesem höchsten Zwecke angemessen machen könne;als allgütig, und zugleich gerecht: weil diese beidenEigenschaften (vereinigt, die Weisheit) die Bedin-gungen der Causalitat einer obersten Ursache der Weltals höchsten Guts, unter moralischen Gesetzen, ausma-chen; und so auch alle noch übrigen transscendentalen

Eigenschaften, als Ewigkeit, Allgegenwart,u.s. w. (denn Güte und Gerechtigkeit sind moralische Ei-genschaften), die in Beziehung auf einen solchen End-zweck vorausgesetzt werden, an demselben denken müs-sen. Auf solche Weise ergänzt die moralische Te-leologie den Mangel der physischen, und gründet al-lererst eine Theologie; da die letztere, wenn sie nichtunbemerkt aus der ersteren borgte, sondern conse-quent verfahren sollte, für sich allein nichts als eineDämonologie, welche keines bestimmten Begrifs fä-hig ist, begründen könnte.

Aber das Princip der Beziehung der Welt, wegender moralifchen Zweckbestimmung gewisser Wesen in oer-

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